Sehr geehrte Gäste, liebe Mitglieder,
mit dieser Veranstaltung feiert der Verein Menschen mit Behinderungen sein 60.jähriges Jubiläum. Wir haben uns im Vorstand viele Gedanken gemacht, wie wir eine solches Jubiläum begehen sollen. Eines war uns dann sehr schnell klar:
Es muss eine Feier mit und für unsere Mitglieder und Freunde sein. Und dies ist dann eine große Party hier in der Stadthalle Gladbeck
Sehr kurz möchte ich dennoch auf die letzten 60 Jahre eingehen: Es waren Politiker u.a. der damalige Ratsherr Theissen und betroffene Eltern, die zunächst eine Initiative ins Leben riefen und dann den Verein für geistig und körperlichbehinderte Kinder in Bottrop und Kirchhellen gründeten. Dies geschah in einer Zeit, in der die Menschen mit Behinderungen kaum eine Lobby in der Gesellschafft hatten. Die Arbeit in der damaligen Zeit war deshalb geprägt von unzähligen Gesprächen mit dem Ziel zu sensibilisieren, dem Erstellen von Statistiken um u.a. die Notwendigkeiten der Schaffung von Einrichtungen nachzuweisen und gegen Vorurteile anzugehen. Mit der festen Überzeugung für die Kinder mit den vielfältigen Behinderungsformen das Richtige zu tun, gelang diesem damaligen Personenkreis – dann aber auch mit immer mehr Unterstützung aus der Gesellschaft – in der Stadt Bottrop ein vielfältiges Angebot an Unterstützungs-, Förder- und Wohneinrichtungen zu schaffen. Diese waren der Else-Weeks Kindergarten, die heutige Schule Am Tetraeder, die Werkstatt für Menschen mit Behinderungen und die Wohneinrichtung an der Heirich Theissenstrasse. Der erste Fahrdienst wurde eingerichtet. Nach dieser – nennen wir sie einmal Gründungsphase- wurden neue Aufgaben angegangen. Welche Stadt hatte zum Beispiel im Jahr 2000 ein unabhängiges Beratungsbüro für Menschen mit Behinderungen, initiiert vom damaligen Behindertenbeirat, oder welche Schule konnte sich eine Trainingswohnung mitten in der Stadt – in Bottrop war es das damalige Böhmerhochhaus – eine Trainingswohnung leisten? Finanziert wurde dies alles von diesem Verein. Aber neben den vielfältigen großen und kapitalintensiven Fördermaßnahmen waren und sind die individuellen kleinen aber mindestens genau so wichtigen Hilfen für den Vorstand immer ein Anliegen: der Urlaubszuschuss, die Mitfinanzierung wichtiger persönlicher Hilfsmittel, die Anschaffung von PC oder IPads im Else-Weeks Kindergarten, die Mitfinanzierung der psychologischen Betreuung von Menschen mit Behinderungen in der WfbM, die Familienunterstützung sächlicher ggf. auch finanzieller Art und vor allem die vielfältige individuelle Beratung von betroffenen Personen und Familien.
Dies alles leistet der Vorstand und viele die ihn unterstützen ehrenamtlich seit 60 Jahren.
Wir werden weiterhin neue Wege gehen und gehen müssen!
Und die Zukunft?
Wir als Verantwortliche schauen voller Zuversicht auf die kommenden Jahre, vielleicht auch Jahrzehnte. Menschen mit Behinderungen werden auch weiterhin die Unterstützung und Förderungen über die staatlichen Möglichkeiten hinaus benötigen. Dazu wollen auch wir in Zukunft einen Beitrag leisten. Dies gelingt uns aber nur gemeinsam im Verbund mit den vielen Einrichtungen, die sich für Menschen mit Behinderungen verantwortlich fühlen. Einige von Ihnen sind heute als langjährige Partner dieses Vereins hier anwesend. Wir freuen uns auch in Zukunft über Personen, die neu hinzukommen, kreativ und innovativ diesen Weg mit uns gehen wollen. Und seien Sie versichert, es lohnt sich!
Ich danke Ihnen für Ihre Unterstützung über die vielen Jahre hinweg und ich bitte Sie, feiern Sie mit uns das 60jährige Bestehen des Vereins für Menschen mit Behinderungen am heutigen Nachmittag hier in der Stadthalle.
Herzlichen Dank
Ulrich Eversmann, Vorsitzender
(Titelbild von Vlada Karpovich | Pexels)
